plötzlich winter | Der Dienstag dichtet


Der Dienstag ist für mich Gedichtetag. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichtenden findet ihr am Ende.

Ich habe einfach mal meine Erlebnisse vom Tag in ein Gedicht gepresst. Sehr unstrukturiert und null überarbeitet. 😉

plötzlich winter

und dann ist es plötzlich winter im winter und
die klimawandelverwöhnte sippe muss zu fuß
gehen. autos fahren rückwärts, die fahrräder
kriegen schneeschuhe an. turnschuhbestückte
anzugträger schlittern zum dönermann und
der supermarktverkäufer wringt alle fünf
minuten die fußmatte aus. gegen die kälte wird
sich mit jammern und motzen gewehrt. früher
war das einfacher, da war der winter nicht so
plötzlich.

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Gespräche mit Rüdiger: Kalter Tee | abc.etüden

Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für Januarbeinhaltet die Worte „Gewohnheitstier, absichtlich, einsetzen„.

Rüdiger hatte schon lange keinen Gastauftritt mehr auf meinem Blog. Mir sind ein bisschen die weniger komplexen philosophischen Themen ausgegangen, aber Aristoteles geht immer.

Gespräche mit Rüdiger: Kalter Tee

Jeden Nachmittag nach der Arbeit mache ich mir Tee. Manchmal probiere ich neue Sorten, aber wie ich den Tee mache, das ist immer gleich. Als ich gerade darüber nachdenken will, ob ich mein Leben etwas aufrütteln, zum Beispiel mich im Tierschutz einsetzen oder Tanzunterricht starten soll, steht Rüdiger in der Küche.

„Du bist auch ein Gewohnheitstier, oder?“

„Wie meinst du das?“, fragt er.

„Du kommst immer zur gleichen Zeit, frisst, putzt dich und dann legst du dich schlafen.“

„Hat sich etabliert.“

„Findest du das nicht langweilig?“

„Mit mehr Essen in meinem Leben wäre mir sicher weniger langweilig.“

Ich lache, öffne ihm eine Dose Nassfutter und beobachte wie Rüdiger das Essen verzehrt. Erst die Soße dann die Stückchen. Als er fertig ist, putzt er sich, dann springt er vor mir auf den Küchentisch.

„Langweile ist toll. Man muss nicht nachdenken.“ Rüdiger stupst mich an und ich kraule ihn hinter den Ohren. „Wir sind, was wir wiederholt tun. Exzellenz ist demnach keine Handlung, sondern eine Gewohnheit.“

„Das klingt nach einem deiner Philosophieleuten.“

„Aristoteles. Er meint damit, dass, wenn man gute Handlungen immer wiederholt, sie zur Gewohnheit werden und das führt zu einem glücklichen Leben.“

„Also bin ich nicht langweilig, sondern exzellent“, sage ich mit einem Augenzwinkern.

„Wenn du schlechte Handlungen zur Gewohnheit werden lässt, nicht.“

„Dann bin ich exzellent schlecht.“

„Du bist weniger witzig, als du denkst“, sagt Rüdiger und geht aus der Küche Richtung Schlafzimmer.

„In meinem Bett zu schlafen ist auf jeden Fall eine schlechte Gewohnheit“, rufe ich ihm hinterher.

„Nur für dich. Ich mag Haare im Bett.“

Ich seufze und trinke meinen kalten Tee. Auch so eine Gewohnheit, aber eher eine von Rüdiger, weil er immer kommt, wenn mein Tee fertig ist und mich dann absichtlich vom Trinken abhält. Was Aristoteles wohl dazu sagen würde?

Quelle: Eigentlich nicht von Aristoteles direkt, sondern von Will Durant aus: „The Story of Philosophy The Lives and Opinions of the Greater Philosophers“ (S. 87)

Braindumping | Gedankenkritzelei

Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.

Lange her, dass ich eine Gedankenkritzelei habe ausfallen lassen, aber mit Fieber hatte ich weder Gedanken noch Kritzeleien. So richtig in Stimmung meinen Gedanken freien Lauf zu lassen, bin ich noch nicht, das liegt aber an der Arbeit und daran, dass eine Woche krank echt beschissen ist, wenn man sowieso schon unter Zeitdruck steht. Trotzdem, ich liebe meine Gedankenkritzelei, weil sie mich, zumindest ab und an, aus meiner Komfortzone herausbekommen und mir helfen, Inspirationen zu sammeln. Da ich gerade wirklich gestresst und am Limit bin, dachte ich schreibe eine Liste, mit Dingen, die die Gedanken ohne großen Zeitaufwand entspannen und hoffe, dass ich irgendwas davon mache. Wenn nicht, vielleicht hilft sie ja euch.

Braindumping-Liste

  • beim Laufen Schritte zählen und z.B. 3 Schritte einatmen und 3 Schritte ausatmen
  • Tee oder Kaffee an einem Ort ohne Ablenkung trinken
  • random Stift nehmen und ohne Ziel drauflosmalen und die Zeichnung hinterher zerstören
  • Gedanken aufschreiben ohne nachzudenken und Blatt hinterher zerstören
  • Burpees oder andere kurze körperliche Übungen
  • Tiere in Wolken sehen
  • Lied einer Musikrichtung hören, die man sonst nicht hört und sich drauf konzentrieren
  • Stift oder ähnliches balancieren
  • an Gewürzen riechen
  • etwas vollkommen Albernes visualisieren, z.B. rosa Elefanten mit Flügeln
  • Fußbad mit duftendem Öl

kranktage | Der Dienstag dichtet


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kranktage

empört hustet die to-do-liste in der
ecke. der staub niest. das dreckige
geschirr plant badewannenzeit. am
nachmittag fällt der stapel vollgerotzter
taschentücher um. schneeschieber
oder direkt abfackeln. wird unter drei
bettdecken diskutiert. während man
mit der angel im leeren kühlschrank
fischt. vitamin c soll ja helfen.

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pinguine | Der Dienstag dichtet


Der Dienstag ist für mich Gedichtetag. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichtenden findet ihr am Ende.

pinguine

heute habe ich pinguine watscheln
sehen. rote, blaue, schwarze, gelbe.
kleine füße, große. mit gepäck und
ohne. morgen werden sie wieder
rennen und vergessen haben, dass
nicht sie das tempo vorgeben.

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Was an Schnee toll ist | Gedankenkritzelei

Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.

Was an Schnee toll ist

Nach der ersten Freude über Schnee hat sich wohl allgemein die Schneeunmut eingeschlichen und ich höre überall, dass es zu glatt, zu kalt, zu sehr Winter ist. Wir haben in Deutschland mittlerweile so selten Schnee, dass ich das Gefühl habe, für den Schnee mal in die Bresche springen zu müssen. Hier also eine kleine Auflistung…

Was an Schnee toll ist:

  • Es ist viel heller, wenn es dunkel ist
  • Man sieht den Müll auf den Straßen nicht mehr
  • Schneebälle werfen ist sehr befreiend, vor allem wenn der Schneeball jemanden trifft, auf den man wütend ist
  • Bergab ist man schneller unterwegs, wenn man statt Füßen den Popo benutzt
  • Heiße Schokolade schmeckt besser
  • Der orangefarbene Himmel am frühen Abend
  • Tierspuren im Schnee
  • Man hat eine gute Ausrede fürs Zuspätkommen
  • Schneemänner lauern an jeder Ecke
  • Spielende Kinder im Schnee
  • Spielende Hunde im Schnee
  • Schneehassende Katzen mit einer Pfote im Schnee und dann schnell wieder drinnen
  • Eisbrocken zertreten ist sehr kathartisch
  • Schlittenfahren, Schneeengel, Schneetunnelbau
  • Hundeköttel sind gefroren und man kann bedenkenlos über Rasen gehen
  • Schneebedeckte Bäume und Sträucher
  • Die Ruhe, wenn Schnee fällt

Die Letzten von 2025 | Inktober 52

Statt dem klassischen Inktober nehme ich wieder am Inktober 52 teil. Ich zeichne also jede Woche ein Bild zu einem vorgegebenen Thema. Alle Bilder habe ich auf DIN A5 gezeichnet und abfotografiert (und Hintergrund entfernt).

DIe letzten Bilder von 2025. Bis auf das Krokodil bin ich mit allen zufrieden. Das letzte Bild des Jahres war der Sonnenuntergang mit der Bank und auch mein Favorit. Am meisten Spaß gemacht zu zeichnen, war allerdings der Gänseschirm. Irgendwie musste ich die ganze Zeit an Marry Poppins denken. 😉

türschwellen | Der Dienstag dichtet


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türschwellen

häuser fahren an mir vorbei. auf autobahnen
mit schildern. ich sehe geschlossene fenster mit
geöffneten augen, haustüren, die fußabtreter
sind. tausende leben. millionen gefühle. fahren
an mir vorbei. auf autobahnen. mit schildern.
ich sitze, klein, ohne fenster und türen. meine
augen flattern und mein kopf stolpert über
unüberbrückbare türschwellen.

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Alte und neue Vorsätze 2026 | Gedankenkritzelei

Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.

Alte und neue Vorsätze (2026)

Erstmal wünsche ich euch allen einen guten Start ins neue Jahr! Ich habe mal meine Vorsatz-Liste aus 2025 vorgekramt und lasse Revue passieren:

öfter ohne Anlass Komplimente verteilen oder Leuten sagen, was für tolle Arbeit sie leisten
Habe ich ganz gut umgesetzt, vor allem dank meinem Kind. Es ist so spannend zu sehen, wie anders er sich gibt, wenn ich ihn lobe und wie er selbst begonnen hat Lob zu verteilen. Trotzdem möchte ich besser werden und das auf Kollegen, meinen Mann und auch das Internet ausweiten

„Postkarten an Unbekannte schicken und ihnen erzählen, wieviel Positives es auf der Welt gibt“
Keine. Bisschen traurig, aber irgendwie hatte ich nicht die Kapazitäten. Dafür habe ich meine guten News jeden Tag gepostet und auf Patreon jetzt schon den 50sten Newspost rausgehauen.

mal ernsthaft mit jemandem von den Zeugen Jehovas sprechen
Hat sich wieder nicht ergeben. Die sind irgendwie faul und kommen nicht in den 4ten Stock. Ich gebe es auf.

 „Hallo“ in den gängigsten Sprachen zusammen mit dem Kind lernen, wenn das gut läuft auch „Schön dich kennenzulernen“
Wir sind jetzt bei 6 Sprachen, aber wir basteln gerade ein Plakat, auf dem wir das festhalten wollen, damit wir daran denken. Außerdem ist es einfacher das visuell zu haben.

„Menschen nette Notizen hinterlassen, zB meinem Mann, Nachbarn, Kollegen, Freunden…“
Ein paar Mal. Am Ende hat sich das nicht so recht ergeben, aber man kann es auch nicht erzwingen.

„wenn ich das Gefühl habe, nichts zu können, anderen Kunstschaffenden Komplimente über Social Media machen“
Ja und es hat auch mir geholfen. Ich will es auch weiterhin machen.

Fazit und neue Pläne

Nicht alle Vorsätze waren umsetzbar oder sinnvoll, aber ich habe auch nichts unter Zwang probiert. An sich bin ich zufrieden, weil ich jetzt auch nciht unbedingt ambitioniert war. Ich werde wieder einige für 2026 übernehmen und neue aufnehmen.

  • öfter ohne Anlass Komplimente verteilen oder Leuten sagen, was für tolle Arbeit sie leisten
  • „Hallo“ in den gängigsten Sprachen zusammen mit dem Kind lernen, wenn das gut läuft auch „Schön dich kennenzulernen“
  • die Erfolge anderer mehr feiern, auch um zu lernen meine eigenen Erfolge zu feiern
  • mehr Dinge lokal und von Kunstschaffenden kaufen und weniger über Amazon
  • statt „Wie geht es dir?“ öfter genau nachfragen und hinhören
  • weniger mit Trollen mehr mit denen reden, die wegen der Trolle übersehen werden
  • neue Patreon-Accounts finden, die kaum Follower haben
  • eine*n Brieffreund*in finden

boom | Der Dienstag dichtet


Der Dienstag ist für mich Gedichtetag. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichtenden findet ihr am Ende.

boom
und wieder fliegen all die guten vorsätze
in die luft, bevor sie gemacht werden
konnten. ein paar finger explodieren mit,
vögel, igel, maulwürfe, scheinchen, die
unverschmutzte luft, ein paar leben, auch
junge. das neue jahr beginnt mit einem
boom
damit der krach des restlichen jahres nur
noch wie ein furz klingt. den geruch nach
faulen eiern ignoriert man lieber. hauptsache
boom.

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