Der Dienstag ist für mich Gedichtetag. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichtenden findet ihr am Ende.
ich bin dann mal weg
ich bin dann mal weg. adieu. tschaui, tschüss. sanfter reisewind weht durch meine haare und ein strohballen über den smartphonescreen. können mich alle mal, vor allem der alltag. ciao. salut. dag. rattern unterm hintern und weniger rattern im kopf. bye bye. peace out.
Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.
Ich fahre in den Urlaub und nehme mit …
Nächste Woche fahren wir in den Urlaub, Ostsee, erst Camping (in unserem Transit) auf Rügen und dann ab zur Familie nähe Wismar. Im Prinzip das, was wir auch letztes Mal gemacht haben, ein bisschen Abenteuer gemischt mit Ruhe und Vertrautem. Mit 5 Jahre altem Kind ist das perfekt. Und wie jedes Jahr heißt das – Packen. Da aber meine Packliste viel zu klinisch ist und mich überhaupt nicht für den Urlaub inspiriert, dachte ich, ich schreibe nochmal eine etwas andere Packliste, eine die mir Lust darauf macht, loszufahren und Abenteuer zu erleben.
Ich fahre in den Urlaub und nehme mit …
eine Spürnase für Abenteuer
extra Gelassenheit, falls etwas schiefläuft
Musik im Kopf, falls wir statt Sonne durch den Regen tanzen müssen
Strandspazierausdauer
Nicht-Perfektionismus
Neugierde für Neues, Ungewohntes, Albernes
extra Raum für Meeresluft in meinen Lungen
entleerte Geschmacks- und Geruchsnerven für neue Erfahrungen
eine Sorgenabhaltesperre
Platz zwischen meinen Zehen für Sand
Alltagsvergessenheit
genügend Lockerheit auf dem Kopf für Wind in den Haaren
„Handy in die Hand nehm“-Schwäche
Raum in meinem Kopf für unfotografierbare Erinnerungen
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bilder und worte
ein polaroid meiner vergangenheit. ich lege ein fotopapierfoto daneben. mein handy mit tausend schnappschüssen. ein bild sagt mehr als tausend worte. tausend bilder sagen mehr als mein kopf erfassen kann. von allen seiten, unten, oben, nah, fern, anderes licht. alle gleich, alle anders. vorbei. ein wort sagt mehr als tausend bilder.
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Ich war nach 6 Jahren endlich mal wieder auf einem Metal-Festival und holy shit habe ich das vermisst. Vor ca. 8 Jahren habe ich über meine Erfahrungen auf Festivals einen Text für ein Straßenmagazin geschrieben und dann auch hier auf meinem Blog veröffentlicht. Da ich ihn noch immer sehr mag, dachte ich, ich bereite ihn nochmal auf und poste ihn.
Metal-Festival oder wie man Urlaub von der Zivilisation macht
Der tägliche Umgang mit unseren Mitmenschen ist geprägt von gewissen Umgangsformen. Damit meine ich nicht „Bitte“ und „Danke“ zu sagen, sondern ein gepflegtes Äußeres, Bier erst nach dem Feierabend und das Verbergen von körpereigenen Gasen in Gesellschaft. Auf Metal-Festivals kann man das alles gepflegt über Bord werfen.
Tag 1
Der erste Tag eines Festivals zählt kaum als Zivilisationsurlaub. Die meisten sind noch sauber, einige tragen Make-up, einige sind rasiert. Das erste Bier gibt es erst nach dem Aufbau, oft begleitet von einem ersten harmlosen Bekleidungsverlust. Abends finden die ersten Konzerte statt, doch im Zentrum der Aufmerksamkeit steht das Ankommen und Kennenlernen der Zeltnachbarn. Diese werden im Laufe des Festivals zu den besten Freunden oder, wenn sie eine schlechte Musikanlage oder einen schlechten Geschmack haben, zu den ärgsten Feinden. Außerdem gewöhnt man sich langsam wieder daran, wie laut so ein Rülps klingen kann.
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ich spüre
wenn töne auf meinem trommelfell tanzen. wenn bässe meine cochlea in schwingung bringen. meine füße werden durch die flimmerhärchen geleitet. wippen, kreisen, zittern, surren. die frequenz schiebt steine über erdigen untergrund. ich spüre.
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sonnenbrille mit scheuklappen
kein stoff auf dem oberschenkel, nur erbsen und matratzen darunter. blau flecken prinzessin. ein kühler wind weht um die nase, wischt flimmernde luft aus augenwinkeln. jetzt sieht man sie lauern. zwischen dem dreck unter den fingernägeln. wie ein wildes tier. zähne, krallen, ein grollen, reißen, ein leichtes zittern. außerhalb wird es laut. nach mir und so. sonnenbrille mit scheuklappen, nagellack und der neuste sommerhit.
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Lektoratsgefühle
Ende des Jahres erscheint mein Buch über eine Hexe, die technikaffin ist, im Novel Arc-Verlag und gerade ist das Lektorat an der Reihe. Dabei ist mir aufgefallen, wie viele unterschiedliche Emotionen das in mir hervorruft und wie sehr sich das zum Beispiel vom Lektorat von Kurzgeschichten und Gedichten unterscheidet. Vorangestellt muss ich sagen, dass ich Kritik sehr schätze, mehr als Lob, wenn ich ehrlich bin. Mit Kritik kann ich was anfangen, es heißt, dass ich was tun kann, Lob lähmt mich oftmals.
Warum habe ich das nicht gesehen?
Trotzdem habe ich unterschätzt, wie sehr es mich wurmt, wenn ich auf Logiklücken und Unstimmigkeiten aufmerksam gemacht werde. Ich denke dann oft: Warum zur Hölle ist dir das nicht aufgefallen? Ich verstehe, dass man automatisch blinde Flecke beim Schreiben hat. Ich kenne den Plot und konzentriere mich darauf, aber das macht halt nur auf rationaler Ebene den Unterschied, auf emotionaler Ebene bin ich genervt.
Fehlerscham
Ein bisschen Scham ist auch dabei. Vor allem bei Grammatik- oder Zeitfehlern. Das weißt du doch besser, ist ein sehr häufig auftauchender Gedanke. Auf meinem Blog zum Beispiel oder in Kurzgeschichten macht mir das weniger aus, weil ich mir denke, dass Fehler eben passieren. Außerdem lese ich Blogtexte nur einmal Korrektur, da übersehe ich eben was. Solange es lesbar ist – so what?
Nacktfassung
Die Rohfassung meines Buches fühlt sich ein bisschen wie Nackt-Sein an. Ich habe so viel Zeit, Energie und Persönlichkeit hineingesteckt, dass es irgendwie ein Teil von mir ist. Bei dem Hexenbuch nochmal mehr, weil ich es vor fünfzehn Jahren geschrieben und dann vor zwei überarbeitet habe. Es begleitet mich also schon sehr lange. Nostalgie ist definitiv auch ein kleiner Fallstrick.
Worauf ich mich fokussiere
Auch wenn das Lektorat viele unterschiedliche, auch negative Gefühle, in mir hervorruft, ist eines da, das alle anderen überschreibt: Vorfreude. Ich freue mich darauf, bald ein fertiges Buch zu haben, mit dem ich zufrieden sein kann, in dem Liebe und Arbeit stecken und ich bin dankbar dafür, dass ich dabei so viel Hilfe erhalte.
Irgendwann Ende des Jahres habe ich ein Buch in der Hand und da steht mein Name auf dem Cover. Bestes Gefühl aller Zeiten!!
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es brennt
lava auf den bildschirmen. sanft wehen feuerstürme über graues gras. die luft flackert als du mir einen strohhalm reichst. ein wenig zittert meine hand. ein wenig flattert mein durchgeschwitztes herz. im takt der steigenden farben. seufzen. ich wünschte es wäre wieder mehr weniger.
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schwarze farbe
in den haaren ziept die schwarze farbe. zu weich sind sie geworden. nicht stark genug, um die ohren zu verdecken. weißt du. in den haaren reißt die schwarze farbe. verdeckt die gedanken. nicht gehört. nicht gesehen. nicht gesprochen. nicht gedacht. in den haaren. die schwarze farbe. manchmal rot.
Dies ist ein Text zu der Impulswerkstatt von Myriade. Ziel ist es etwas Kreatives zu vorgeschlagenen Bildern oder zu einer Schreibaufgabe zu erstellen. Hier könnt ihr alles darüber lesen: *KLICK* Die aktuellen Bilder und Mosaikstücken zur aktuellen Impulswerkstatt findet ihr hier: *KLICK*
Der gewählte Impuls: „Ich fühlte mich ausgehöhlt und bereit ein Jahr lang zu schlafen“ Hermann Hesse „Der Steppenwolf“
Gute Nacht
Heute stelle ich meinen Wecker auf den 01.06.2027. Im Juni ist das Wetter schön warm. Die Anfangsjahresdepressionen sind rum und der Endjahresstress noch nicht da. Außerdem blühen Blumen. Die machen alles besser.
Warum ich den Wecker mich erst in einem Jahr wecken lasse?
Einfach.
Ich habe den Bums dieses Jahr satt. Es fing mit „Wir müssen das Projekt schnell beenden an“, ging weiter mit „Wir müssen das Projekt noch schneller beenden“ und dann war es „Heute ist Abgabe, warum bist du noch nicht fertig, das geht so nicht, 200 Überstunden sind ja gar nichts, ich habe 300“ weiter.
Und dann waren da noch die Geburtstage und hier muss man sein und dort muss man sein. Einer zieht um und derjenige hat auch beim eigenen Umzug geholfen. Die Nachbarn haben Computerprobleme, die Eltern sind alt und haben tausend Fragen und einen großgezogen, was ihnen das Recht gibt, jetzt Gefallen einzulösen, als hätte man als Kind Gutscheine ausgehändigt, die nicht nur leere Versprechungen wie „ich wasche dein Auto“, „ich räume eine Woche lang auf“ oder „ich mähe einen Monat lang den Rasen“ beinhaltet haben.
Vom Alltag will ich gar nicht mal anfangen. Die Hose hat ein Loch, es muss eine Neue gekauft werden. Die Waschmaschine geht kaputt und man kann sie entweder unter Angstzuständen selbst reparieren oder jemanden für 300 Euro reparieren lassen. Dann muss das Auto zum TÜV und die Terminvergabe ist Mist. Arzttermine! Vorsorge! Wo man nicht alles hin muss. Habe ich Hautkrebs? Gibt es Karies an den Zähnen? Sehen die Augen noch normal? Hören die Ohren richtig? Und dann funktioniert die Online-Terminvergabe bei 50% der Praxen nicht. Man kriegt entweder zwei Termine und muss dann rätseln, welcher der richtige ist, oder der Termin liegt so beschissen, dass man anrufen muss, um ihn verlegen zu lassen.
Es reicht.
Ich habe für das Jahr schon mehr Energie verwendet, als mir zur Verfügung stand. Jetzt bin ich leer und will nur noch schlafen.
Und das mache ich jetzt auch. Ein Jahr mal richtig durchschlafen.